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Das Kind ruft vor dem Schlafengehen aus seinem Zimmer: „Mama, Papa, braucht ihr noch was?“ Erstaunt fragen die Eltern „Warum?“ „Na, ich bete gleich!“ kommt es aus dem Zimmer zurück.Das nenne ich ein erwartungsvolles Beten.Der Monatsspruch für März rückt das Gebet in den Mittelpunkt. Paulus ermahnt darin die Christen, dem Gebet eine besondere Bedeutung zu geben. Diese Ermahnung ist erstaunlich, weil doch (fast) alle Christen wissen, dass das Gebet ein wichtiger Bestandteil des Glaubens ist. Aber sie ist notwendig. Denn es passiert immer wieder, dass die Zeit für das Gebet knapp und die Motivation zum Gebet eingeschränkt ist. Wenn sich dann auch noch Gewohnheit einstellt und das Gebet (scheinbar) keine Auswirkungen hat, kann man durchaus „gebetsmüde“ werden. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass Beten mehr ist, als ein Gespräch mit Gott zu führen und ihm das zu ­sagen, was er sowieso schon weiß. Schließlich ist ihm alles bekannt und nichts verborgen. Beten ist auch keine auferlegte Pflicht, die ich aus welchen Gründen auch immer zu absolvieren habe.

Beten ist wie eine Tür. Im Gebet betrete ich die Wirklichkeit Gottes und nehme mein ganzes Leben mit hinein. Ich begegne darin meinem Vater im Himmel, der diese ganze Welt in seiner Hand hat. Im Gebet verbinde ich Situationen und Erfahrungen mit Jesus. Ich setze Menschen dem Einfluss Gottes aus. Und das hat immer Folgen, egal ob ich davon etwas sehe oder nicht. Denn wenn ein Mensch oder eine Situation mit Jesus in Verbindung kommt, wird er sie beeinflussen. Damit beteiligen wir uns im Gebet am Handeln Gottes.Wenn Paulus dazu auffordert, andauernd zu beten und im Gebet für Menschen und deren Anliegen einzutreten, dann geschieht dies mit der Gewissheit, dass jedes Gebet Folgen hat. Weniger dürfen wir nicht erwarten. Martin Luther stellte einmal fest: „Heute habe ich viel zu tun, deswegen muss ich viel beten.“ Unser Alltag soll vom Gebet durchzogen sein. Dabei gibt es für das Gebet keine besondere Form. Es kann das persönliche und gemeinsame Gebet an einem ruhigen Ort sein, in dem wir unsere Anliegen vor Jesus bringen. Es kann die Stille vor Gott sein, in der wir uns seiner Nähe aussetzen. Es kann ein Psalm oder ein Lied sein, das man sich als Gebet zu eigen macht. Noch einmal Martin Luther: „Darum lobten die alten Väter die Stoßgebetlein, die man mit einem Wort oder zwei hinaufseufzt zum Himmel. Das kann man auch tun, wenn man liest, schreibt oder eine andere Arbeit verrichtet.“ Das Gebet ist die Tür, die in die Gegenwart von Jesus führt. Alles, was wir durch diese Tür zu Jesus bringen, wird von ihm beeinflusst werden. Ja, Gebet hat Folgen. Wir wünschen Ihnen, dass Sie dadurch ganz neu zu einem erwartungsvollen Beten motiviert werden. 

Es grüßt Sie im Namen der Gemeindeleitung

Ihr Siegfried Winkler

Herzliche Einladung zum gemeinsamen Gebet – in den Kleingruppen und Gebetstreffen. Und jeden Dienstag von 20.00 – 20:30 Uhr auf zoom.